Novembergarten: Was du jetzt bewusst nicht aufräumen solltest

Melina Klang lässt in einem späten Novembergarten Laub unter Sträuchern und Samenstände bewusst stehen
Ein guter Novembergarten ist nicht unordentlich. Er ist an den richtigen Stellen nachsichtig.

Der Novembergarten verführt zu zwei Extremen: entweder alles abschneiden, weil es nicht mehr schön genug aussieht, oder gar nichts tun, weil es sowieso grau ist. Ich finde den dritten Weg angenehmer: bewusst entscheiden, was bleiben darf.

Laub unter Sträuchern kann den Boden schützen. Samenstände geben dem Beet Halt und können Tieren nützen. Gräser sehen im flachen Licht oft schöner aus als im Sommer, weil sie plötzlich Zeichnung bekommen. Nicht jeder braune Stängel ist ein Fehler.

Ordnung dort, wo sie gebraucht wird

Wege, Treppen und rutschige Flächen bleiben frei. Krankes Pflanzenmaterial kommt weg. Alles, was in Töpfen faulen würde, wird kontrolliert. Aber Beete müssen nicht aussehen, als hätte der Winter dort Hausverbot.

Der NABU beschreibt gut, warum Laub im Garten nicht automatisch Abfall ist. Mir hilft dieser Gedanke: Aufräumen ist kein Wert an sich. Es muss dem Garten dienen.

Mein Novembergarten bekommt klare Kanten und wilde Taschen. So bleibt er begehbar, aber nicht leergeräumt.

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