
Allerheiligen hat für mich eine besondere Lautstärke: sehr niedrig. Nicht traurig, nicht feierlich auf Knopfdruck, eher gedämpft. Ein Tag, an dem das Zuhause nicht mehr leisten muss, als einen sanft aufzufangen.
Ich räume an solchen Tagen zuerst weg, was im Raum zu viel spricht. Stapel vom Tisch, grelles Licht aus, die Decke dorthin, wo man sie wirklich nimmt. Ruhe entsteht selten durch neue Dinge. Sie entsteht, wenn ein Raum weniger an einem zieht.
Wärme ohne Schwere
Warmes Licht hilft, aber es sollte nicht alles bernsteinfarben zudecken. Eine Stehlampe, eine kleine Leuchte am Sideboard und vielleicht eine geschlossene LED-Laterne reichen. Dazu ein Tablett für Tasse, Buch, Taschentuch, Brille. Kleine Ordnungen machen stille Tage leichter.
Wenn Besuch kommt, muss der Raum nicht auf Gastgeberglanz poliert sein. Ein freier Platz am Sofa und ein ruhiger Tisch wirken menschlicher als perfekt aufgestellte Dekoration. Gerade Anfang November darf ein Wohnzimmer zeigen, dass es benutzt wird.
Mein Maßstab: Der Raum soll nicht erklären, warum der Tag still ist. Er soll nur warm genug sein, dass man diese Stille aushält.

Ich bin Melina, Innenarchitektin, Musikerin und absolute Klangliebhaberin – in meinem Zuhause gehört Musik genauso zum Wohnen wie gutes Licht oder ein gemütliches Sofa. Für mich ist jedes Zimmer wie eine eigene Bühne: Farben, Möbel, Textilien und sogar das Raumgefühl ergeben zusammen die perfekte „Wohn-Symphonie“. Schon als Kind habe ich im Wohnzimmer auf dem alten Klavier gespielt und beim Umräumen direkt neue Playlist-Ideen bekommen.




