
Das Sommerloch ist ideal, um das Arbeitszimmer aufzuräumen. Nicht dekorativ, sondern funktional: Kabel, Papier und Technik sollen so verschwinden, dass der nächste volle Arbeitstag leichter beginnt.
Arbeitszimmer werden selten plötzlich chaotisch. Sie sammeln. Ein Kabel bleibt liegen, weil man es morgen braucht. Ein Papierstapel wartet auf eine Entscheidung. Ein altes Gerät steht noch da, weil es „vielleicht“ nützlich ist. Vor dem Sommerloch ist ein guter Moment, diese vielleicht-Dinge anzuschauen.
Ich räume Arbeitszimmer nicht auf, damit sie leer aussehen. Ich räume sie auf, damit Denken weniger Reibung hat. Ein guter Arbeitsplatz hält nicht alles bereit, sondern das Richtige.
Kabel zuerst, weil sie den Raum sofort beruhigen
Kabel sind visuelle Unruhe. Selbst wenn alles funktioniert, sieht ein Kabelknäuel nach unerledigter Aufgabe aus. Ich beginne deshalb mit Strom: Was ist dauerhaft angeschlossen? Was wird nur manchmal gebraucht? Was gehört in eine Kabelbox, was in eine beschriftete Tasche?
Wichtig ist, Kabel nicht so perfekt zu verstecken, dass du später nicht mehr drankommst. Alltagstauglich heißt: ordentlich, aber erreichbar. Ladegeräte, die du wöchentlich nutzt, brauchen einen festen Platz. Alte Kabel ohne Gerät dürfen gehen. Der Satz „Das könnte irgendwann passen“ ist im Arbeitszimmer gefährlich.
Papier braucht eine Entscheidung, keinen Stapel
Der Papierstapel ist oft kein Papierproblem, sondern ein Entscheidungsproblem. Rechnung bezahlen, Vertrag prüfen, Notiz übertragen, Garantie ablegen, Brief beantworten. Wenn alles zusammenliegt, wirkt es größer als es ist.
Ich sortiere Papier in drei Gruppen: erledigen, ablegen, entsorgen. Mehr Kategorien machen es meist nicht besser. Was digitalisiert werden soll, bekommt einen kleinen Scan-Stapel, aber mit Deadline. Sonst wird Digitalisierung nur ein neuer Stapelname.
Wenn du dein Homeoffice grundsätzlich produktiver einrichten willst, passt dazu wie Möbel dein Homeoffice produktiver machen können. Beim Aufräumen vor dem Sommer geht es aber um Reibungspunkte.
Technik: Was arbeitet wirklich mit?
Alte Tastaturen, Ersatzmäuse, leere Verpackungen, Bedienungsanleitungen, Adapter, Kameras, Mikrofone: Technik bleibt gern liegen, weil sie teuer war oder wichtig wirkt. Ich frage nüchtern: Nutze ich das in den nächsten drei Monaten? Ist es vollständig? Weiß ich, wofür es da ist?
Arbeitspsychologisch ist visuelle Ruhe am Arbeitsplatz wertvoll. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet Informationen zur Bildschirmarbeit und Arbeitsgestaltung; für zu Hause heißt das: Der Arbeitsplatz sollte Sehen, Greifen und Konzentrieren erleichtern, nicht ständig Nebenreize liefern.
Eine Sommerloch-Box
Ich mag für den Übergang eine Sommerloch-Box. Dort landen Dinge, die nicht täglich gebraucht werden, aber noch nicht endgültig entschieden sind: Reiseadapter, Projektunterlagen, saisonale Technik, seltene Kabel. Die Box bekommt ein Datum. Wenn sie nach acht Wochen nicht geöffnet wurde, wird strenger sortiert.
So vermeidest du, dass der Schreibtisch zur Wartezone wird. Nicht jede Entscheidung muss sofort final sein. Aber sie muss einen Ort haben.
Mein Fazit: Aufräumen ist Arbeitsvorbereitung
Ein aufgeräumtes Arbeitszimmer vor dem Sommerloch ist kein Selbstzweck. Es gibt dir einen leichteren Wiedereinstieg, weniger Sucherei und mehr Ruhe im Blick. Kabel, Papier und Technik sind nicht nebensächlich. Sie bestimmen, wie schnell du in Arbeit findest.
Ich finde: Ein guter Schreibtisch muss nicht leer sein. Aber er sollte wissen, was er heute von dir will.
Song zum Blogpost:
Kabel unter dem Tisch

Ich bin Melina, Innenarchitektin, Musikerin und absolute Klangliebhaberin – in meinem Zuhause gehört Musik genauso zum Wohnen wie gutes Licht oder ein gemütliches Sofa. Für mich ist jedes Zimmer wie eine eigene Bühne: Farben, Möbel, Textilien und sogar das Raumgefühl ergeben zusammen die perfekte „Wohn-Symphonie“. Schon als Kind habe ich im Wohnzimmer auf dem alten Klavier gespielt und beim Umräumen direkt neue Playlist-Ideen bekommen.



