
Sommerferien zu Hause haben einen eigenen Klang. Türen gehen häufiger auf, Bastelreste wandern durch die Wohnung, Bücher liegen im Bett, Bauwerke bleiben über Nacht stehen. Das ist schön. Es kann aber auch kippen, wenn ein Kinderzimmer plötzlich Spielplatz, Werkstatt, Höhle und Abstellraum gleichzeitig sein soll.
Ich würde in den Ferien nicht versuchen, jeden Tag Ordnung wie an einem Schultag herzustellen. Aber ich würde dem Zimmer klare Zonen geben. Nicht streng, eher wie kleine Angebote: Hier darf gebaut werden. Hier wird gelesen. Hier trocknet Kunst. Hier ist Ruhe.
Eine Abenteuerfläche, die bleiben darf
Kinder brauchen in Ferienzeiten einen Platz, an dem nicht alles sofort weg muss. Das kann ein Teppich sein, eine Matte, ein niedriger Tisch oder eine Ecke mit Kisten. Wichtig ist die Grenze. Wenn Bauklötze, Figuren oder Deckenhöhlen überall erlaubt sind, wird die ganze Wohnung zum Zwischenlager. Wenn eine Fläche offiziell bleiben darf, entspannt sich viel.
Ich markiere solche Bereiche gern mit einem Teppich oder einer Matte. Nicht als Dekoration, sondern als unausgesprochene Linie: Bis hierhin darf das Projekt wachsen. Danach beginnt wieder Laufweg, Schrank oder Bett.
Rückzug ist kein Langweiler-Thema
Ferien sind laut, selbst wenn man nicht verreist. Deshalb braucht das Kinderzimmer auch eine leise Ecke. Ein Kissen, eine kleine Leuchte, ein Bücherkorb, vielleicht ein Vorhang oder Baldachin. Nichts Großes. Nur ein Ort, der nicht nach Aufräumen, Lernen oder Leistung aussieht.
Gerade an heißen Tagen ist diese Ruhezone wichtig. Das Zimmer wirkt sofort angenehmer, wenn dort nicht alles bunt und aktiv ist. Helle Textilien, weniger Kleinteile auf Augenhöhe und ein freier Bodenbereich helfen mehr als neue Deko.
Basteln braucht eine Landebahn
Ferienbasteleien scheitern selten an Ideen. Sie scheitern an Kleber, Schere, Papierstapel und der Frage, wo alles trocknen soll. Ich richte deshalb eine kleine Bastel-Landebahn ein: eine abwischbare Unterlage, eine flache Box mit Material, ein Fach für fertige Dinge und ein Platz für halbfertige Projekte.
Das klingt ordentlich, ist aber eigentlich freiheitsfreundlich. Wenn Material sichtbar und begrenzt ist, können Kinder selbstständiger anfangen und auch wieder aufhören.
Spielzeug rotieren statt alles anbieten
Im Sommer muss nicht jedes Spielzeug gleichzeitig erreichbar sein. Eine kleine Auswahl wirkt oft inspirierender als ein volles Regal. Ich würde Bauzeug, Kreativmaterial, Bücher und Rollenspiel-Sachen abwechselnd nach vorne holen. Der Rest darf pausieren.
Mitwachsende Möbel und klare Aufbewahrung sind auch deshalb sinnvoll, weil ein Kinderzimmer nicht bei jeder Phase neu erfunden werden muss. Hersteller wie PAIDI betonen bei Kinderzimmertrends langlebige, mitwachsende Lösungen. Für mich heißt das im Alltag: weniger Themenzimmer, mehr robuste Grundstruktur.
Der Abendkorb rettet die Stimmung
Mein Ferienfavorit ist ein Abendkorb. Alles, was am Ende des Tages heimatlos herumliegt, wandert hinein. Nicht perfekt sortieren, nur sammeln. Am nächsten Morgen wird verteilt oder weitergespielt. So endet der Tag nicht mit einer Grundsatzdiskussion über jedes kleine Teil.
Ein gutes Ferienzimmer muss nicht makellos sein. Es muss aushalten, dass Leben darin passiert. Wenn Abenteuer und Ruhe eigene Plätze bekommen, bleibt genau dafür mehr Luft.

Ich bin Melina, Innenarchitektin, Musikerin und absolute Klangliebhaberin – in meinem Zuhause gehört Musik genauso zum Wohnen wie gutes Licht oder ein gemütliches Sofa. Für mich ist jedes Zimmer wie eine eigene Bühne: Farben, Möbel, Textilien und sogar das Raumgefühl ergeben zusammen die perfekte „Wohn-Symphonie“. Schon als Kind habe ich im Wohnzimmer auf dem alten Klavier gespielt und beim Umräumen direkt neue Playlist-Ideen bekommen.




